Schutz und Pflege von Streuobstwiesen

  • Streuobstwiese. Foto: Julia Beltz

  • Apfelernte. Foto: Sabine Knapp

  • Auf der Heppenheimer Wiese. Foto: Claudia Dirr

Streuobstwiesen, die traditionelle extensive Form des Obstbaus, sind Teil unserer Kulturlandschaft und zählen in Hessen zu den gesetzlich geschützten Biotopen. Auf der Roten Liste der gefährdeten Biotoptypen Deutschlands sind sie als „stark gefährdet“ eingestuft. Schätzungen zur Baumanzahl in Hessen schwanken zwischen 0,5 Mio. und 1 Mio. Bäumen, was einem Bestandsrückgang im 20. Jahrhundert um bis zu 95 % entspricht.

Bis zum 20. Jahrhundert entstanden über 6.000 Obstsorten, die mit ihrer traditionellen Bewirtschaftungsweise ein Teil der Landeskultur sind. Die Vielfalt der alten Sorten gilt als besonders robust gegenüber Krankheiten und Schaderregern und ist somit ein wertvolles genetisches Potential. Die meist regionaltypischen Obstsorten wachsen auf Hoch- oder Halbstämmen mit weiträumigem Pflanzabstand in unterschiedlichen Altersklassen. Seinen Namen verdankt das Streuobst seiner unregelmäßigen, wie zufällig über die Fläche gestreuten Anordnung. Streuobst gibt es allerdings auch in Reihen- oder Einzelbaumpflanzungen.

Charakteristisch ist der Verzicht auf synthetische Behandlungsmittel. Da die Früchte lange reifen können, sind sie reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Streuobstwiesen beherbergen zwischen 2.000 und 5.000 Tierarten. Den größten Anteil nehmen dabei Insekten, wie Käfer, Wespen, Hummeln und Bienen ein, für viele Vogelarten sind alte Streuobstbestände durch ihren Höhlen- und Totholzreichtum die ideale Lebensstätte. Die Obstwiesen wirken sich auch positiv auf den Naturhaushalt aus, denn sie befeuchten und kühlen die Luft, bremsen Windböen und filtern Partikel aus. Ihre Bewirtschaftung schont Boden und Wasser.

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