Schwarzerde - Chance für fruchtbare Äcker und Klimaschutz

"Mutter Erde": © Sabine Weiße / pixelio.de
Foto: "Mutter Erde": © Sabine Weiße / pixelio.de

Terra Preta, die Schwarzerde Brasiliens, wird wegen ihrer Fruchtbarkeit auch das "Gold der Erde" genannt. Die früheren Indiander hatten eine Methode, um den mageren Urwaldboden fruchtbar zu machen. Man hat große ehemalige Siedlungsgebiete mit metertiefen, humusreichen Schwarzerdeböden gefunden. Wissenschaftler, auch aus Deutschland, wollten dem Geheimnis auf die Spur kommen und fanden heraus, dass bei der Entstehung der Schwarzerde neben organischen Abfällen Holzkohle eine entscheidende Rolle spielte. Inzwischen gibt es bereits mehrere Verfahren eine humusreiche, ähnlich fruchtbare Erde herzustellen.

Europas Ackerböden verlieren an Humus

Eine Studie des Europäischen Forschungsverbundes CARBOEUROPE vom 20.01.2011 zeigt, dass die landwirtschaftlichen Böden trotz Bewirtschaftung “nach guter fachlicher Praxis” immer mehr an Humus verlieren. Zum Beispiel hat der Humusgehalt von Brandenburger Weizenböden in 150 Jahren von ca. 4 % auf 0,1 % abgenommen.

Konsequenz: Die Böden verwüsten und die Nahrungsversorgung ist gefährdet. Weil solche Böden kein Wasser mehr speichern können, gibt es leichter Überschwemmungen und Kulturen müssen in Trockenperioden bewässert werden. Die Grundwasservorräte werden nicht mehr aufgefüllt, wodurch das Trinkwasser verknappt. Durch die Zersetzung des Humus geht Kohlenstoff in die Luft und gefährdet das Weltklima. Nährstoffe, wie Stickstoff, werden nicht mehr vom Humus gebunden und verunreinigen das Grundwasser und in die Flüsse. Die eingesetzten, teils schwermetallhaltigen Phosphatdünger (Cadmium, Uran) vergiften ebenfalls das Grundwasser.

Die Abhilfe: Schwarzerde aus Pflanzenkohle

Schwarzerde kann Abhilfe schaffen. Sie kann durch Kompostieren organischer Abfälle und Beigabe von Holzkohle erzeugt werden. Die beigefügte Holzkohle, die sehr porös ist, wird beim Kompostieren mit Nährstoffen aufgeladen. Dies und die spätere bedarfsgerechte Abgabe von Nährstoffen an die Kulturpflanzen geschieht mit Hilfe von Bodenorganismen. Man kann auch bereits im Stall mit Holzkohle Nährstoffe und Gerüche binden.

Holzkohle kann durch Pyrolyse auf verschiedene Art und Weise umweltfreundlich hergestellt werden. Nicht alle Verfahren und nicht alle Ausgangsstoffe sind gleich gut geeignet. Geeignete Holzkohle wird als Pflanzenkohle bezeichnet. Im Boden zersetzt sie sich praktisch nicht und ist deshalb als Kohlenstoffspeicher geeignet.

Im Unterschied dazu ist das unterirdische Speichern (Sequestrieren) von CO2-Gas, das bei der Verbrennung fossiler Energieträger entsteht, keineswegs nachhaltig, denn die Speicher müssen von zukünftigen Generationen ständig überwacht werden.

Humus speichert Kohlenstoff

Humusreiche Böden sind riesige Kohlenstoffspeicher. Man muss wissen, dass Böden weltweit etwa doppelt soviel Kohlenstoff wie das CO2 in der Luft enthalten.

In Österreich können Landwirte, die den Humusgehalt nachweislich nachhaltig steigern und damit zum Klimaschutz beitragen, bereits CO2-Zertifikate verkaufen.

In Deutschland laufen verschiedene Schwarzerde-Forschungsprojekte. Weltweit gibt es bereits Landwirte die mit Schwarzerde bessere Erträge erzielen. In China zum Beispiel wird wegen Umweltproblemen mit Kunstdünger seit 2004 über Schwarzerde geforscht. Inzwischen wurden verschiedene Pyrolyseanlagen entwickelt und es gibt bereits Dünger auf der Basis von Pflanzenkohle.

Deutschland hat gute Chancen auf diesem wichtigen Gebiet eine führende Rolle einzunehmen!

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Fragen Sie hier an (Präsentation mit Beamer):
willy.welti@freenet.de
Willy Welti
BUND Ortsbeauftragter Birkenau
Carl-Orff-Str. 36a
Birkenau



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